Sofortmaßnahmen: Schutzwohnungen für Betroffene von Häuslicher Gewalt

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,
sehr geehrte Frau Senatorin Kalayci,
sehr geehrte Frau Senatorin Scheeres,
Sehr geehrte Frau Senatorin Pop,
Sehr geehrte Damen und Herren,

in Berlin ist die Kriminalität im Bereich häusliche Gewalt durch die

von den Corona-Pandemie-Maßnahmen erzeugte soziale Isolierung bereits um mehr als zehn Prozent gestiegen wie Öffnet externen Link in neuem FensterTerre des Femmes auf ihrer Homepage berichten. Deshalb fordern wir Sie auf, umgehend Ferienwohnungen, Appartements und Hotelzimmer, die durch die Corona-Maßnahmen leer stehen, zu nutzen, um Frauen und Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aufzunehmen und zu schützen. Schon in "normalen" Zeiten hat Berlin einen Mangel an Unterkünften für Gewaltopfer. So meldete die BIG-Hotline, dass sie 2019 nur ca. die Hälfte aller hilfesuchenden Frauen auf einen freien Schutzplatz vermitteln konnte (taz 10.12.19).

Jetzt, unter den stressvollen Bedingungen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, in oft kleinen Wohnungen und kaum Ausweichmöglichkeiten, wird die Not der von häuslicher Gewalt betroffenen Kinder und Frauen drastisch ansteigen.

Laut Berliner Zeitung vom 26.3.20 haben in China und Italien, wo in den vergangenen Wochen strikte Ausgangssperren verhängt wurden, die Fallzahlen bei häuslicher Gewalt massiv zugenommen. Die ARD sprach davon das in Wuhan „dreimal so viele Opfer häuslicher Gewalt registriert" wurden als vorher.

Leerstehende Unterkünfte könnten derzeit sicher kurzfristig angemietet werden. Auch die Bundesfamilienministerin hat solche Maßnahmen in der Pressemitteilung vom 27.3.2020 dringend empfohlen.

Bitte handeln sie sofort!

Mit freundlichen Grüßen

Frauenverband Courage e.V.
Feministische Partei DIE FRAUEN, Landesmitfrauenverband Berlin
Der Vorstand des Landesfrauenrats Berlin