15.01.08 Jugendgewalt und Jugendstrafrecht

Jugendgewalt und Jugendstrafrecht

Zur Debatte über "Jugendgewalt und Verschärfung des Jugendstrafrechts" erklärt die Bundessprecherinnenrunde der Feministischen Partei DIE FRAUEN:
"Die Debatte um Jugendgewalt und Strafverschärfung ist geprägt von überkochender Ignoranz und politischer Inkompetenz.
Bei aller berechtigter Verurteilung von Gewalttaten Jugendlicher gegen Rentner fragen wir uns, wo denn der Aufschrei bleibt bei Gewalttaten gegen Frauen. Und wann gellt der Aufschrei, wenn bei so genannten Friedenseinsätzen unbeteiligte und unschuldige Menschen gewaltsam umkommen?

Wir schließen uns den kritischen Stimmen an, die Strafverschärfung ablehnen bzw. den Sinn von Strafen überhaupt in Frage stellen. Doch fehlt uns die grundsätzliche Feststellung, dass es sich bei der beklagten Jugendgewalt größtenteils um ein Problem männlicher Jugendlicher handelt. Ganz ausgeblendet wird, dass eine patriarchal-hierarchische Gesellschaft, die Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung toleriert, legitimiert und anwendet, logischerweise jugendliche Gewalttäter produziert, die als erwachsene Männer das größte Gewaltproblem in unserer Gesellschaft darstellen und deren Opfer Frauen, Kinder und Jugendliche - häufig genug - in der eigenen Familie sind. Es ist bezeichnend, dass alle Gewalttäter in ihrer Kindheit und Jugend Gewalterfahrungen hatten.

Hier muss der Teufelskreis durchbrochen werden:
Als erste präventive Maßnahme fordern wir daher ein Recht auf gewaltfreie Erziehung für alle Kinder und Jugendlichen. Betreuungs- und Bildungseinrichtungen müssen kostenlos zur Verfügung stehen. Das Personal - auch die Eltern - muss pädagogisch qualifiziert sein.
Gewaltfreie Erziehung und Ächtung jeglicher Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung in allen gesellschaftlichen Bereichen und internationalen Beziehungen sind die Voraussetzung für eine gewaltfreie, demokratische, gerechte Gesellschaft.
Das erfordert auch die Abschaffung von Krieg und Kriegsvorbereitungen, also auch das Verbot der Waffenproduktion und die Abschaffung der Bundeswehr."

Waltraud Pomper, Pressesprecherin

Waltraud Pomper
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