Wieder einmal wird der traditionelle Tag der Arbeit gefeiert. Traditionell wird die Erwerbsarbeit gefeiert. Traditionell bleibt der wesentlich grössere Teil
von Arbeit, die unbezahlte Arbeit, unerwähnt. Kein Wunder, denn Frauen haben keine Lobby in der Gesellschaft, auch nicht bei der derzeitigen
rot-grünen-Bundesregierung.
"Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in bezahlte Erwerbsarbeit und unbezahlte Versorgungsarbeit zementiert die Armut von Frauen," äusserte sich heute Monika
Christann, Bundessprecherin der Feministischen Partei DIE FRAUEN in Frankfurt am Main.
"Dazu kommt, dass der neoliberale Kurs der rot-grünen-Regierung immer mehr ausgeweitet wird: Kombilohn-Ideen, Bekämpfung des Flächentarifvertrages, gesetzlich
abgesicherte Ausweitung der Befristeten Arbeit, und eine Pseudo-Reform bei der Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes sprechen eine allzu deutliche Sprache. Die
Abkehr von der solidarischen Umlagefinanzierung der Rente zu einem kapitalgedeckten Altersvorsorgesystem und die paritätische Mitfinanzierung durch den Arbeitgeber
ist jedoch der grösste Hammer, der wieder einmal besonders Frauen betrifft und neue Dimensionen des Finanzkapitalismus eröffnet," empört sich Monika Christann.
"Herr Kaiser" von der "Hamburg-Mannheimer" indes freut sich jeden Abend im Heimkino: Denn zukünftig kann mit den Beiträgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
- sofern sie überhaupt einer einigermassen bezahlten, regelmässigen und unbefristeten Erwerbsarbeit nachgehen können - der unkontrollierte Aktien-Spekulationsmarkt
vollgestopft werden. Es ist kein Geheimnis, dass die Kapitalanlagegesellschaften die Gelder der Sparerinnen und Sparer vorwiegend in Aktien verwandeln.
Was wird, wenn eine ganze Generation zu Rentenbeginn ihre Aktienpakete in bare Münze umtauschen will? Wird es dann auch genügend Käuferinnen und Käufer für die
vielen Aktien geben, insbesondere, wenn sich in der Gesellschaft das Verhältnis zwischen älteren und jüngeren Menschen mehr in Richtung Rentenalter verschiebt?
Was ist, wenn die Unternehmen der gehandelten Aktien oder die Kapitalanlagegesellschaften in Konkurs gehen? Hinzu kommt, dass bei der fortgesetzten und von der
rot-grünen Regierung unterstützten Politik des "totalen Marktes" weiterhin Privatisierung, Deregulierung und Flexibilisierung verfolgt werden, was gerade in unserer
schnellen Informationswelt nachweislich zu einer Vernichtung vieler Erwerbsarbeitsplätze führt.
Die Feministische Partei DIE FRAUEN fordert eine individuelle Altersabsicherung auch für Frauen, langfristig ein System der Grundsicherung für alle Menschen, gleichen
Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. Um Spekulationen mit Geld, das anderen Menschen gehört, einen Riegel vorzuschieben, müssen Finanz-Transaktionen
kontrolliert und besteuert werden.
"Hinsichtlich der Regulierung der Finanzmärkte und der laufenden GATS 2000-Verhandlungen" fordert Monika Christann, "muss die Bundesregierung umgehend einen
klaren Kurswechsel zu einer gerechteren Verteilung von oben nach unten vornehmen, denn von einem schönen Schein werden Menschen überall auf der Welt nicht satt."
Monika Christann, Bundessprecherin
Monika Christann
Röderbergweg 11
60314 Frankfurt a. M.
Fon Fax: AB 069 49 08 55 04