Zu den Folterungen im Krieg im Irak erklärt die Feministische Partei DIE FRAUEN:
Die Öffentlichkeit empört sich über die Folterungen irakischer Menschen durch
amerikanische Soldaten. Dabei sind Menschenrechtsverletzungen in Kriegs- und
Besatzungszeiten nichts Neues. In allen Kriegen haben die Sieger die Besiegten
gefoltert und vergewaltigt, ohne dass sich die Öffentlichkeit darüber besonders
empörte. Das wirklich Neue an den Folterungen im Irak ist, dass Frauen als
Soldatinnen an den Folterungen teilnahmen und Männer die gefolterten sind.
Es wird nun argumentiert, dass Frauen auch nicht in der Lage seien, den Krieg zu
humanisieren und es entsteht der Eindruck, Folterungen seien eine noch
verwerflichere Tat, wenn sie von Frauen begangen würden (z. B. Süddeutsche
Zeitung v. 07.05.04 S.17). Diese Argumentation ist sexistisch.
Es wird auch die Behauptung aufgestellt, "Feministinnen" verträten die Ansicht,
Frauen seien bessere Menschen. Dies ist eine Fehlinterpretation
feministischer Inhalte, die das Ziel hat, letztere zu diskreditieren.
Tatsache ist, dass unsere gesamte Kultur auf einem Weltbild beruht, das
selbstverständlich von höherwertigen und minderwertigen Menschen ausgeht und dem
Recht des höherwertigen (in der Regel des Mannes), den minderwertigen (in der
Regel die Frau) zu beherrschen und in jeder Beziehung auszubeuten. Dieses
Unterdrückungssystem kann nur durch Gewalt und Krieg aufrecht erhalten werden.
Dieses Unterdrückungssystem zusammen mit Ausbeutung, Gewalt, Militarisierung
und Krieg, ist es, was Feministinnen abschaffen wollen.
Dazu muss zuallererst die "ganz normale" tägliche Gewalt gegen Frauen
abgeschafft werden, die von ihrer Benachteiligung auf allen Ebenen des
öffentlichen Lebens bis zur sexualisierten Gewalt reicht und ihren Ausdruck in
sexistischen Medien und Pornografie findet.
Es ist kein Zufall, dass die Fotos und Berichte der Folterungen aus dem Irak
eine fatale Übereinstimmung mit Folterszenen in pornografischen Darstellungen
zeigen. Pornografie ist Handlungsanweisung für Folter und Vergewaltigung im
Krieg gegen Minderwertige. Und erst wenn Männer die Opfer sind, ist die Empörung
in der Öffentlichkeit groß.
Waltraud Pomper, Pressesprecherin
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