Zum Hauptinhalt springen

§218

„Mein Bauch gehört mir“ – Dieser Slogan der Frauenbewegung aus den 70ger Jahr ist leider noch immer hochaktuell.  Seit 150 Jahren stellt der Paragraf 218 Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe. Seit Einführung wird er von feministischem Widerstand begleitet und gehört ersatzlos gestrichen.

Für ein selbstbestimmes Leben

Jede Frau hat das Recht, über ihren Körper selbst zu bestimmen – ohne staatliche Bevormundung. Dazu gehört auch, eine ungewollte Schwangerschaft beenden zu können. Keine Frau darf dazu gezwungen werden, eine Schwangerschaft gegen ihren Willen fortzuführen! Es ist ihr Körper und ihr Leben. Und jedes Kind hat das Recht, erwünscht zu sein. Der §218 ist ein Relikt aus religiös patriarchalen Strukturen, in der Männer Frauen als ihren Besitz betrachteten und vor allem ihre Fähigkeit zu Gebären, reglementierten. Er entmündigt Frauen und greift massiv in das Gestaltungsrecht ihres Lebens ein. Könnten Männer gebären, wäre Abtreibung ein Grundrecht.

Gesetzliche Regelung in der BRD

Heute ist ein Abbruch nach einer Vergewaltigung oder aufgrund medizinischer Risiken straffrei. Als selbstbestimmte Entscheidung kann ihn eine Frau in den ersten 12 Wochen nur nach Beratung durch eine/einen Ärzt:in durchführen lassen. Trotzdem gilt er als rechtswidrig, bleibt aber straffrei. 
Wir wissen: Auch wenn Schwangerschaftsabrüche  verboten sind, finden sie statt. Verzweifelten Frauen müssen illegal abtreiben lassen (z.B. bei sogenannte „Engelsmacherinnen“) oder gehen ins Ausland. Das ist mit hohen gesundheitlichen Risiken und/oder Kosten verbunden. 

Schutz, Aufklärung und Unterstützung

Unser Ziel ist es, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Dazu gehören Projekte der Gewaltprävention und der Aufklärung. Verhütungsmittel sollten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Wir fordern, dass Beratungsstellen Schwangere bei Bedarf wertfrei über verschiedene Möglichkeiten informieren und bei ihrer Entscheidung – wie auch immer sie aussehen mag – unterstützen.  
Die medizinischen Versorgungssituation wird zunehmend kritischer, da immer weniger ÄrztInnen und Kliniken Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Dies führt dazu, dass die betroffenen Frauen teilweise Wege von 100 oder 200 km zu einer Praxis oder Klink zurückgelegen müssen. Wir fordern, dass die Bundesländer endlich  die ausreichende Versorgung sicherstellen, zu der sie gesetzlich verpflichtet sind. Abtreibungsmethoden müssen Bestandteil der medizinischen Ausbildung sein.

Weitere Artikel zum Thema

Frauenorganisationen informieren UN Frauenrechtskommission über besorgniserregende Entwicklungen in Deutschland

Die Feministische Partei DIE FRAUEN ist eine von zahlreichen Frauenorganisationen und -initiativen, die das eingereichte Dokument unterzeichnet haben. Es macht die UN auf gegenwärtig besorgniserregende Entwicklungen in Deutschland aufmerksam, die gegen ratifizierte Konventionen verstoßen. Die Dokumentation konzentriert sich auf die Themenbereiche ‚geplantes Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)‘ und ‚Prostituiertenschutzgesetz ProstSchG‘. Die Unterlagen wurden Ende Januar 2024 bei der

Nein zum Digitalzwang

Die zunehmende Digitalisierung macht es in vielen Lebensbereichen immer schwieriger, ohne Smartphone und Internet teilzunehmen. Ob Packstationen, Leihfahrzeuge, Speisekarten, Arzttermine- viele Dienste basieren heutzutage auf die Nutzung eines Smartphones. Nicht nur alte und arme Menschen werden durch Digitalisierung ausgeschlossen, sondern auch diejenigen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht dem Digitalzwang unterwerfen wollen. Wir meinen: Private

Stellungnahme zum Self-ID-Gesetz

Die Feministische Partei DIE FRAUEN setzt sich für die Überwindung von Geschlechterstereotypen ein. Unser Ziel ist eine feministische Gesellschaft ohne Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung.

Unsere Solidarität gehört der spanischen Fußballerin Jennifer Hermoso!

Bei der Siegerehrung der Frauen-Fußball-WM am 20.08.2023 hat der spanische Verbandschef Luis Rubiales eine der spanischen Spielerinnen, Jennifer Hermoso, ohne ihr Einverständnis auf den Mund geküsst und dabei mit beiden Händen ihren Kopf umklammert. In einer Stellungnahme hat Hermoso bekräftigt, dass sie sich „verletzlich und als Opfer einer Aggression, eines impulsiven Verhaltens eines Machos“ gefühlt habe.

Verfassungsbeschwerde gegen deutsches Prostitutionsgesetz

Britta Zangen hat im Juli beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen das Prostitutionsgesetz und gegen das Prostitutionsschutzgesetz eingelegt, weil die Würde jeder Frau durch Prostitution auf eklatante Weise verletzt wird (siehe Art. 1 Abs. 1 GG). Deutschland ist seit der Gesetzesänderung 2002 das europäische Land für Prostitution geworden, mit einem Jahresumsatz von geschätzten 15 Md.