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30 JAHRE

Kampf für Frauenbefreiung

Stellungnahme zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes

Die Feministische Partei DIE FRAUEN bezieht Stellung zur Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes, zum Rechtsgutachten zur sogenannten Freiwilligkeit in der Prostitution und zur eingesetzten Experten-Kommission durch das BMBFSFJ. Wir legen offen, warum die Evaluation wissenschaftlich mangelhaft ist, zentrale Schutzfragen ausblendet und politische Schlussfolgerungen vorwegnimmt. Besonders alarmierend ist die Zusammensetzung der Kommission: Ohne Aussteigerinnen, ohne Ergebnisoffenheit und mit klarer Vorfestlegung gegen das Nordische Modell droht sie zum Feigenblatt einer gescheiterten Prostitutionspolitik zu werden. Unsere Analyse macht deutlich: Der Status quo schützt Profiteure – nicht Frauen. Es braucht endlich eine politische Wende.

Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) führte im Zeitraum vom 01.07.2022 bis 01.04.2025 gemeinsam mit drei Unterauftragsnehmern die Evaluation zum Prostituiertenschutzgesetz1 durch. Am Abschlussbericht wirkten Prof. Dr. Tillmann Bartsch, Robert Küster, Laura Treskow, Isabel Henningsmeier und als Unterauftragnehmer Prof. Dr. Joachim Renzikowski (Universität Halle Wittenberg) mit. Das Rechtsgutachten zur Freiwilligkeit in der Prostitution2 wurde von Prof. Dr. Dr. Hauke Brettel (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) und das Gutachten Prostituiertenschutzgesetz und Baurecht3 wurde von Prof. Dr. Elke Gurlit (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) verantwortet.

Als Feministische Partei DIE FRAUEN stehen wir der geltenden Rechtslage im Bereich der Prostitution und dem Sexkauf4 kritisch gegenüber. Seit Jahren fordern wir deshalb die Einführung des Nordischen Modells. Von der Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) sind wir in hohem Maße irritiert. Wir üben Kritik an der der Methodik, die Auswahl der TeilnehmerInnen, die inhaltliche Auswertung sowie die politischen Schlussfolgerungen der Studie.

Wir verurteilen, dass sich das KFN in der ganzen Zeit lediglich mit 17 Prostituierten qualitative Interviews geführt hat. Zudem bewerten wir die Methodik der Online-Befragung als ungeeignet. Prostituierte gelten als schwer erreichbare Zielgruppe, weshalb eine anonyme Online-Erhebung weder verlässlich sicherstellen kann, wer tatsächlich teilgenommen hat, noch unbeeinflusste Antworten gewährleistet. Besonders problematisch erscheinen außergewöhnlich hohe Rücklaufquoten von teils über 80 %, die auf eine gezielte Steuerung der Befragung hindeuten. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil der Fragebögen über Prostitutionsplattformen und Bordellbetriebe verbreitet wurde, also über Akteure, die wirtschaftlich von Prostitution profitieren. Da bekannte Strukturen zeigen, dass viele Online-Accounts nicht von Prostituierten selbst, sondern von Zuhältern oder Betreibern von Prostitutionsstätten verwaltet werden, ist eine externe Einflussnahme wahrscheinlich.

Darüber hinaus kritisieren wir das Sample der befragten Prostituierten als stark verzerrt und nicht repräsentativ. Dies zeigt sich sowohl im Antwortverhalten als auch im Vergleich mit offiziellen Statistiken. So gibt fast die Hälfte der Befragten an, aus Selbstverwirklichung in die Prostitution eingestiegen zu sein, während nur ein sehr kleiner Anteil von Zwang berichtet. Diese Angaben stehen im Widerspruch zu Erkenntnissen von Beratungsstellen und Polizei. Auch die hohe Quote deutscher Staatsangehöriger und Krankenversicherter im Sample weicht erheblich von der Realität ab, in der ein Großteil der Prostituierten aus dem Ausland stammt und häufig keinen Versicherungsschutz besitzt5. Ein Abgleich mit amtlichen Daten hätte diese Verzerrungen offenlegen können, wurde jedoch unterlassen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die starke Orientierung an subjektiven Einschätzungen statt an objektiven Kriterien. Die Evaluation stützt sich vor allem auf die Wahrnehmungen von Prostituierten, Freiern und Bordellbetreibern – also auch von Personen, die direkt von Prostitution profitieren. Objektive Indikatoren, etwa zur tatsächlichen Gewaltbelastung oder zu schweren Straftaten gegen Prostituierte, werden nicht systematisch herangezogen. Dadurch entsteht ein verzerrtes Bild, etwa wenn ein mittleres bis hohes Sicherheitsgefühl als Beleg für ausreichenden Schutz interpretiert wird, obwohl Prostitution nachweislich mit erheblichen gesundheitlichen und lebensbedrohlichen Risiken verbunden ist. Kritisiert wird zudem, dass den Aussagen von Profiteuren das gleiche Gewicht eingeräumt wird wie denen der Prostituierten selbst.

Besonders irritiert zeigen wir uns als Feministische Partei DIE FRAUEN über die politische Voreingenommenheit der Einleitung, zeigt sie schwarz auf weiß eine argumentative Abwehr prostitutionskritischer Haltungen. Zudem bleibt die geschlechtsspezifische Machtasymmetrie der Prostitution – überwiegend weibliche Prostituierte und männliche Nachfrage – vollständig unbeachtet. Die Evaluation überschreitet daher ihren eigentlichen Auftrag, indem sie das Nordische Modell bewertet und ablehnt, obwohl lediglich die Wirkung des Prostituiertenschutzgesetzes untersucht werden sollte. Die Begründung des KFNs, aufgrund der aktuellen Debatte diese Einleitung verfasst zu haben, lässt nur die unwissenschaftliche Schlussfolgerung des Versuches einer ungefragten politischen Einflussnahme zu.

Leider lässt die Evaluation weder verlässliche Aussagen zur Wirkung des Prostituiertenschutzgesetzes zu noch bildet sie die Situation besonders vulnerabler Prostituierter ab. Die, die das Gesetz eigentlich schützen soll, kommen in der Studie kaum vor. Stattdessen hat sich die rechtliche Entwicklung seit der Einführung des Prostitutionsgesetz von 2002 vor allem zugunsten der Profiteure wie Bordellbetreiber verschoben, die nun als normale Gewerbetreibende behandelt werden. Deutschland ist zu einem Zielland für Menschenhandel und Sextourismus geworden.

In dieser Einschätzung beziehen wir uns auf die interne online Veranstaltung des Deutschen Frauenrats mit Dr. Dr. Hauke Brettel und Prof. Joachim Renzikowski am 13.01.2026.

Prof. Brettel analysiert in seinem Gutachten differenziert die Kriterien zur Bestimmung von Freiwilligkeit im Kontext der Prostitution. Sein Vortrag hingegen beschränkte sich aus Sicht der Feministische Partei DIE FRAUEN jedoch weitgehend auf die erste Ebene des Gutachtens und ging nur unzureichend auf die zweite Ebene ein, in der die Übertragung dieser Kriterien auf die konkrete Praxis der Prostitution erfolgt. Dadurch blieb die Darstellung überwiegend abstrakt. Die herangezogenen Merkmale zur Beurteilung von Freiwilligkeit als Feststellungen zur Selbstbestimmungsfähigkeit (Möglichkeit, eine andere Entscheidung zu treffen, als in die Prostitution einzusteigen; Aufklärung über die mit der Tätigkeit einhergehenden Gefahren und Risiken trotz gefahrgeneigte Tätigkeit; Bestimmungsfähigkeit; Realitätsbezug einer selbstbestimmten Entscheidung; Freiheit von Zwang) wurden nicht näher erläutert, sodass die argumentative Stringenz des Gutachtens für das Publikum nicht nachvollziehbar war. Zentrales Ergebnis des Gutachtens ist, dass Freiwilligkeit grundsätzlich möglich, jedoch erheblichen Einschränkungen unterworfen ist.

Aus diesem Befund leitet Prof. Brettel staatliche Schutzpflichten durch möglicherweise ein erweitertes Informationsgespräch bei Anmeldung ab, unter anderem in Form verpflichtender Aufklärung über Risiken. In diesem Punkt teilen wir die Einschätzung, dass eine bloße Pflicht zur Selbstinformation nicht ausreichend ist. Nimmt man die im Gutachten formulierten Voraussetzungen ernst, erscheint es für den Staat kaum möglich, Freiwilligkeit sicherzustellen, da bereits das Fehlen der Aufklärung über eines der relevanten Kriterien dazu führt, dass Freiwilligkeit nicht mehr angenommen werden kann. Die Frage bleibt ebenfalls offen, was passiert, wenn die Frau vermeintlich freiwillig in die Prostitution eingestiegen ist, aber nach einiger Zeit nicht mehr freiwillig tätig ist. Verletzt der Staat dann seine Schutzpflichten?

Prof. Brettel zieht einen Vergleich mit dem medizinischen Bereich, in dem vor operativen Eingriffen verpflichtende, dokumentierte Aufklärungsgespräche vorgesehen sind. Er hält diesen Vergleich für sachgerecht. Prof. Renzikowski widersprach beziehungsweise relativierte diesen Ansatz, indem er den Begriff des „Empowerments“ von Prostituierten betonte, die Rechte von Prostituierten höher gewichtete als die mit der Tätigkeit verbundenen Risiken und von einer Verpflichtung der Selbstinformation sprach.

Es ist festzuhalten, dass Prof. Brettel ein fundiertes und schlüssiges Gutachten vorgelegt hat. Der Vortrag selbst blieb jedoch so abstrakt, dass die im Gutachten angelegten Schlussfolgerungen nicht nachvollzogen werden konnten. In Phasen, in denen eine stärkere Konkretisierung erfolgte, wurden Aussagen von Prof. Brettel durch Prof. Renzikowski relativiert.

Mit Sorge haben wir auch die wiederholten Äußerungen zur Kenntnis genommen, wonach Regelverstöße und sogar sogenannte „Kollateralschäden“ als gegeben hingenommen werden müssten. Ein solcher Umgang mit geltendem Recht empört uns, da gerade die Identifikation von Defiziten und die daraus abgeleitete Formulierung und Durchsetzung frauenrechtlich relevanter Forderungen den Kern der Arbeit des Deutschen Frauenrats ausmachen.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN weist vehement darauf hin, dass zahlreiche Fragen offen bleiben und einer vertieften Diskussion bedürfen. Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass der DF keine weiteren Veranstaltungen zu diesem Themenkomplex plant. Dadurch bleiben insbesondere die Perspektiven von Aussteigerinnen – ähnlich wie bereits in der Evaluation – weiterhin unberücksichtigt.

Experten-Kommission

Die Feministische Partei DIE FRAUEN erwartet von der vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMBFSFJ) eingesetzten „Experten-Kommission“6 eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Prostitutionspolitik. Diese Kommission darf kein Feigenblatt sein, um eine gescheiterte Gesetzgebung zu verwalten oder bekannte Narrative zu reproduzieren. Sie muss den Mut haben, bestehende Regelungen grundsätzlich in Frage zu stellen und neue Wege zu eröffnen.

Die Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes hat keine belastbaren Erkenntnisse geliefert, die zu einem wirksamen Schutz prostituierter Frauen führen. Dennoch wurde ausgerechnet der verantwortliche Studienleiter, Prof. Dr. Tillmann Bartsch, zum Vorsitzenden der Expertenkommission berufen – obwohl die Evaluation alternative Modelle wie das Nordische Modell bereits vorab zurückweist. Diese personelle Entscheidung und die Berufung von Mitgliedern, die sich schon im Vorfeld explizit gegen das Nordische Modell ausgesprochen haben, lässt ernsthafte Zweifel an der Ergebnisoffenheit der Kommission aufkommen.

Besonders gravierend ist, dass keine einzige Aussteigerin aus der Prostitution Teil der Kommission ist. Damit fehlen jene Stimmen, die über unverzichtbare Expertise zu Gewalt, Abhängigkeit und Ausstiegsbarrieren verfügen. Eine Kommission, die ohne diese Perspektiven arbeitet, kann die Realität der Prostitution nicht angemessen erfassen.

Als Feministische Partei DIE FRAUEN warnen wir davor, weitere Jahre zu verlieren, in denen sich für prostituierte Frauen nichts verbessert, während Profiteure der Prostitution weiter gestärkt werden. Wer Prostitution weiterhin verharmlost oder ausschließlich als „Sexarbeit“ definiert, ignoriert strukturelle Ungleichheit, männliche Nachfrage und die massive Gewalt, die Prostitution prägt.

Diese Kommission steht vor einer klaren Entscheidung: Entweder sie trägt dazu bei, den Status quo zu legitimieren – oder sie leitet eine echte politische Wende ein, die den Schutz von Frauen in den Mittelpunkt stellt. Dafür braucht es Ergebnisoffenheit, kritische Distanz zur bisherigen Gesetzgebung und die konsequente Einbeziehung der Perspektiven von Aussteigerinnen. Leider lässt die Besetzung der Kommission die Hoffnung, eine Wende herbeizuführen, nicht zu.

Frauenorganisationen informieren UN Frauenrechtskommission über besorgniserregende Entwicklungen in Deutschland

Die Feministische Partei DIE FRAUEN ist eine von zahlreichen Frauenorganisationen und -initiativen, die das eingereichte Dokument unterzeichnet haben. Es macht die UN auf gegenwärtig besorgniserregende Entwicklungen in Deutschland aufmerksam, die gegen ratifizierte Konventionen verstoßen. Die Dokumentation konzentriert sich auf die Themenbereiche ‚geplantes Selbstbestimmungsgesetz (SBGG)‘ und ‚Prostituiertenschutzgesetz ProstSchG‘. Die Unterlagen wurden Ende Januar 2024 bei der UN-Frauenrechtskommission und der UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Reem Alsalem eingereicht.

Gemäß den Regularien der Vereinten Nationen wird die Bundesregierung Deutschlands über den Eingang des Dokuments informiert. Sie hat sechs Monate Zeit gegenüber der UN zu den erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Verfassungsbeschwerde gegen deutsches Prostitutionsgesetz

Britta Zangen hat im Juli beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen das Prostitutionsgesetz und gegen das Prostitutionsschutzgesetz eingelegt, weil die Würde jeder Frau durch Prostitution auf eklatante Weise verletzt wird (siehe Art. 1 Abs. 1 GG).

Deutschland ist seit der Gesetzesänderung 2002 das europäische Land für Prostitution geworden, mit einem Jahresumsatz von geschätzten 15 Md. für die organisierte Kriminalität. Zahlreiche Stellungnahmen der EU, Erfahrungsberichte Betroffener und wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das deutsche Gesetz die Ausbeutung Abertausender Frauen begünstigt.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN unterstützt die Verfassungsbeschwerde. Solltet Ihr das ebenfalls tun wollen, so findet Ihr hier die Möglichkeit dazu: https://www.betterplace.me/verfassungsbeschwerde-prostitutionsgesetz

Vom Zusammenhang zwischen Frauenhandel und Prostitutionsgesetzgebung

In einer Studie über 11 Länder stellten Di Nicola u. a. (2005) dar, dass der Frauenhandel im Zusammenhang mit Prostitution umso umfangreicher ist, je liberaler die Prostitutionsgesetzgebung in dem betroffenen Land ist. Kotsadam und Jakobsson (2011) berichten, dass Menschenhandel in Ländern, in denen der Kauf von Sex verboten ist (wie in Norwegen und in Schweden) in geringerem Umfang existiert als in Ländern, in denen sowohl der Kauf als auch der Verkauf von Sex erlaubt sind. Laut UNDOC (2006) ist Frauenhandel am stärksten ausgeprägt in Deutschland, den Niederlanden, Griechenland und der Türkei.

Die linke Freude an der Prostitution

12. April 2016

Liebe Menschen von der Linksjugend-solid,

ich möchte ganz gezielt diejenigen unter euch ansprechen, die am 8. / 9. April 2016 auf dem Bundeskongress für den Antrag „Solidarität mit Sex­arbeiter*innen – Nein zum neuen Prostituierten­schutz­gesetz – Nein zu Bevormundung und Fremdbestimmung im sexuellen Dienst­leistungs­gewerbe“ gestimmt haben. Das waren ja wohl nicht alle von euch, es besteht also Hoffnung.

Ich bin eine ehemalige, wie ihr es nennt, „Sexarbeiterin“, und ich habe euren Antrag gelesen und möchte euch gerne mal mitteilen, was ich von eurer angebotenen „Solidarität“ halte.

Zunächst mal, es ist super, dass ihr druntergeschrieben habt dass ihr von der Linksjugend seid. Als ich die Formulierung „sexuelles Dienstleistungsgewerbe“ gelesen hab, hab ich nämlich kurz gedacht die FDP sei wiederauferstanden.

Dass ihr gegen „Fremdbestimmung“ seid, fand ich dann wieder gut. Leider musste ich im Laufe des Textes feststellen, dass ihr nicht verstanden habt, dass die Fremdbestimmung in der Prostitution vom Freier ausgeht und also SYSTEMIMMANENT ist, denn der will Sex, ich will eigentlich keinen, ich brauch nur die Kohle, also stimme ich der Fremdbestimmung gezwungenermaßen zu, so einfach ist das.

Ihr schreibt:

„Obwohl Sexarbeit eine längst etablierte Form der Dienstleistungen innerhalb unserer Gesellschaft darstellt und seit 2002 in der BRD als legal gilt, werden Sexarbeiter*innen im Alltag und im Berufsleben immer noch stark stigmatisiert.“

Und ich kann mich nur wundern darüber, dass ihr den prostitutiven Akt als „Beruf“ und als „Dienstleistung“ bezeichnet. Sexualität ist der intimste Bereich eines Menschen, dürfen wir wenigstens den bitte behalten, oder müssen wir ALLES an uns verwerten und verkapitalisieren lassen, restlos?

Seit wann tritt die Linke eigentlich als Verteidigerin des Verkaufs sämtlicher menschlicher Bereiche auf? Ihr bezeichnet Sex als Dienstleistung, als ließe er sich abtrennen vom Ich, vom Selbst, vom Körper, von der Persönlichkeit, als könne man ihn ablösen, hübsch verpacken, auf die Ladentheke stellen und dann kommt da so ein Typ, gibt mir 50 Euro und nimmt den Sex mit. Stellt ihr euch das so vor, ja? Ihr sprecht sogar von „miserablen Arbeitsbedingungen“, ja, meint ihr denn der Missbrauch, den wir erlebt haben und den so viele von uns immer noch erleben wird schöner wenn wir einen hübschen „Arbeitsplatz“, wie ihr es nennt, kriegen? „Arbeitsbedingungen“, was soll das? Unter welchen „Bedingungen“ wäre der Missbrauch, den die Freier uns antun, für euch denn okay? Oder seht ihr das gar nicht als Missbrauch und ignoriert das, was aus der Prostitution ausgestiegene Personen und auch die Traumaforschung so sagen? 68% aller Prostituierten haben eine PTBS, da haben wir noch nicht mal von Depressionen, Süchten, Borderline, Psychosen gesprochen. Meint ihr die kommen von den „miserablen Arbeitsbedingungen“, diese Sachen, oder wie? Jede Aussteigerin, die ich kenne, bezeichnet das, was sie erlebt hat in der Prostitution, als sexuellen Missbrauch. Dass wir diesen sexuellen Missbrauch geduldet haben oder dulden mussten, macht noch lange keinen Beruf daraus!

Dann hackt ihr immer wieder auf dem Stigma rum und darauf, dass wir nicht stigmatisiert werden dürfen. Da gebe ich euch Recht, wenn ich auch anmerken muss, dass es nicht das Stigma ist, welches uns vergewaltigt, missbraucht, tötet, sondern die Freier. Leider zieht ihr aus der Forderung, prostituierte Personen dürften nicht stigmatisiert werden, die falschen Schlüsse. Ihr schreibt:

„Dieses drückt sich in der fehlenden Anerkennung ihres Berufes (aus).“

Ihr wollt also quasi, um das mal klarzustellen, dass der Missbrauch, dem prostituierte Frauen ausgesetzt sind, etabliert wird, ihr wollt, dass er ein Job wird, ihr wollt, dass der Missbrauch OKAY wird. Kurz und gut, ihr tretet hier für das Recht von Frauen ein, die Duldung von sexuellem Missbrauch als Job zu benennen. Oder besser: ihr tretet für das Recht von Männern ein, Frauen zu missbrauchen und diesen Missbrauch zu verharmlosen, indem er „Arbeit“ genannt wird. Euer Draufrumgereite auf einer „selbstbestimmten Sexarbeit“ versteh ich auch nicht. Alle prostituierten Frauen die ich kenne haben die Prostitution „gewählt“ weil sie keine andere Option gesehen haben. Was soll daran selbstbestimmt sein? Dass ich mich dann IN DER PROSTITUTION wenigstens noch dafür entscheiden kann nur mit Gummi zu blasen und wegen all der noch weniger „selbstbestimmten“ Frauen aus Südosteuropa nix mehr zu verdienen oder mich eben gleich dafür zu entscheiden jeden Schwanz einfach so in den Mund zu nehmen, weils Standard is? Tolle Selbstbestimmung!

Unser Problem ist nicht die „fehlende Anerkennung des Berufs“, unser Problem IST der „Beruf“!
9 von 10 Prostituierten würden sofort aussteigen, wenn sie es könnten. Was erzählt ihr da von Anerkennung des Berufs?!

Euer ganzes Pamphlet da klingt nicht nur wie von der Pro-Prostitutionslobby abgeschrieben, es ist es wohl auch. Ihr verweist auf den BesD als „organisierte Sexarbeiterinnen“, euch ist schon klar, dass die nur 0,01 % der Prostituierten in Deutschland repräsentieren und nicht wenige der Vertreterinnen Bordellbetreiberinnen sind, oder? Was soll das für eine Organisation für Prostituierte sein, wenn da Bordellbetreiberinnen mit bei sind? Die AusbeuterInnen gründen eine „Gewerkschaft“, um dort die ArbeiterInnen zu vertreten?

Ganz ehrlich, das ist die lustigste Gewerkschaft, die ich kenne! Wen habt ihr überhaupt noch so angehört? Außer Bordellbetreibern wie Fricke, Escortagenturbesitzerinnen wie Klee? Auf der Basis welcher Informationen aus wessen Hand fasst ihr eigentlich eure Beschlüsse? Wenn ihr dann demnächst was zu Rassismus macht, lasst ihr euch dann von Neonazis beraten?

Gänzlich an eurer Reflexionsfähigkeit zweifel ich dann wenn es zum nächsten Absatz kommt. Ihr schreibt:

„Neben diesen rechtlichen Verschlechterungen kommt es auch in der gesellschaftlichen Linken häufig zu Victimisierung und Bevormundung von Sexarbeiter*innen.“

Hier frage ich mich ernsthaft, wer prostituierte Frauen viktimisiert. Die Freier die uns missbrauchen oder die, die aussprechen, dass es Missbrauch ist?

Wollt ihr verhindern, dass wir zu Opfern werden? Dann schafft das Freiertum ab! Oder wollt ihr nur dass Menschen aufhören zu SAGEN, dass uns schlimmes angetan wird in und mit der Prostitution? Dann benennt das auch so, und hört auf so zu tun als würden Menschen, die Prostitution als menschenverachtend ansehen, uns zu Opfern machen, denn DIE sind es nicht, die das tun!

Weiter schreibt ihr:

„ So treten einige Teile der Linken immer wieder für ein “absolutes Prostitutionsverbot” oder das angeblich fortschrittliche “Schwedische Modell” ein, weil Sexarbeit/Prostitution Ausdruck des Patriarchats schlechthin sei.“

Hier eine Verständnisfrage: das klingt, als wärt ihr nicht der Meinung, dass Prostitution Ausdruck des Patriarchats ist – habe ich das richtig verstanden? Wenn es das nicht ist, was ist es dann? Wieso sind dann 98% aller Personen in der Prostitution weiblich und die Freier zu fast 100% männlich? Und jetzt sagt nicht: das ist so, weil wir im Patriarchat leben.

Weiter:

„ Ja, Sexarbeit findet unter gegebenen Bedingungen im Patriarchat statt, sodass die Frage nach der Freiwilligkeit nie leicht zu beantworten ist.“

Findet Prostitution also noch woanders als im Patriarchat statt? Ernsthaft? Und welche Schlüsse zieht ihr aus der Tatsache, dass, wie ihr ja selber erkennt, die Frage nach der Freiwilligkeit schwer zu beantworten ist?

Weiter:

„ Zum überwiegenden Teil üben Frauen* diesen Beruf aus, während vor allem Männer Dienstleistungen von Sexarbeiter*innen kaufen.“

Wie ihr euch schön auf die Täterseite stellt und sexuelle Gewalt verharmlos hier, ist echt ein Fest.

Weiter:

„Die feministische Reaktion kann jedoch nicht eine paternalistische Haltung sein, die Sexarbeiter*innen vorschreiben will, wie ein richtiges Leben auszusehen habe.“

Hier möchte ich euch so gern fragen wo ihr DAS bitte herhabt. Menschen die Prostitution als zerstörerisch ansehen, als menschenverachtend, paternalisieren nicht, sie solidarisieren sich mit uns! Das ist übrigens genau das, was ihr noch üben müsst. Und btw, niemand schreibt prostituierten Frauen vor, wie ein „richtiges Leben“ auszusehen hat. Ihr müsst unbedingt von der Leier runterkommen, alle die Prostitution als schädlich erkannt haben seien irgendwelche konservativen Moralapostel, die „gefallene Mädchen“ belehren. Die Anerkennung des Elends und des Leids in der Prostitution, das Konstatieren von Gewalt in ihr, all das macht keine Belehrung aus, sondern ein SEHEN der wahren Verhältnisse, in denen prostituierte Menschen stecken, und damit das Zeigen von Respekt und Zugewandtheit gegenüber denen, die daran und darin leiden!

Weiter:

„Sowohl im schwedischen Modell als auch bei einem kompletten Verbot würde die Selbstbestimmung und der Schutz von Sexarbeiter*innen noch dramatischer gefährdet werden als unter der bestehenden Gesetzeslage. Am Bestehen des Patriarchats mit seinen spezifischen Rollenbildern und gesellschaftlichem Machtungleichgewicht zwischen Frauen* und Männern würden diese Gesetzesverschärfungen nichts verändern.“

Warum würde das nichts ändern? Prostitution ist ein Grundpfeiler des Patriarchats, so wie alle sexuelle Gewalt. Warum sollte es nichts ändern, das zu verbieten? Warum ist Prostitution der einzige Bereich des Lebens, in dem Gesetze plötzlich nicht mehr wirken sollen? Findet Prostitution outer space statt, oder wie? Genauso könnte man sagen, Vergewaltigung darf nicht per Gesetz geregelt werden – das würde ja eh nichts an den Rollenbildern und dem bestehenden Machtungleichgewicht ändern! Ihr wollt also alles lassen, wie es ist? Sexuelle Gewalt, patriarchale Verhältnisse, dabei belasst ihr es? Hat die Linke keine Visionen mehr? Oder hat sie nur keine Visionen mehr, wenn es speziell um prostituierte Frauen geht…?

Ja, ich unterstelle euch, ihr meint es gut. Aber wenn ihr für eine Entkriminalisierung der Prostitution auf Freierseite eintretet (für eine Entkriminalisierung auf Seiten der prostituierten Personen sind wir ja hoffentlich alle), dann ist das so als würdet ihr sagen: „Frauen die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind, sind mit einem Stigma belegt. Um dieses Stigma abzuschaffen, entkriminalisieren wir häusliche Gewalt, auch auf Seiten des Täters, dann hat die Frau nix mehr, wofür sie beschämt wird!“ Merkt ihr was?

Wer überhaupt nicht vorkommt in eurem Pamphlet, das ist, wie übrigens immer, der Freier.

Tut mir den Gefallen, lest euch mal kreuz und quer ein paar Beiträge in Freierforen durch und dann teilt mir doch bitte mal mit, wie ihr dafür sein könnt, SOWAS zu legalisieren! Wie ihr dafür sein könnt, dass Männer sowas mit Frauen machen! Ich bin gespannt auf eure Argumentation.

Weiter:

„Wer selbstbestimmte Sexarbeiter*innen illegalisieren will, der*die kriminalisiert diese und drängt die gesamte Branche in den Untergrund, wo keinerlei Schutz mehr gewährt werden kann. Für besseren Schutz benötigen Sexarbeiter*innen mehr Selbstbestimmung und die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung ihres Berufes. Nur auf diese Weise und als anerkannte Arbeiter*innen können sich diese als Teil der Arbeiter*innenklasse öffentlich organisieren, für ihre Interessen, bessere Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung einstehen. Ein Verbot von Sexarbeit oder die Kriminalisierung von Freier*innen (wie in Schweden) würden letztlich nur dazu führen, dass Sexarbeit unsichtbar und unsicherer wird.“

Dann das Märchen vom Untergrund. Bitte lest euch dazu mal Ausführungen zum schwedischen Modell, das den Freier kriminalisiert und die Prostituierte entkriminalisiert, durch. Und auch die Evaluierung dieses Gesetzes in z.B. Norwegen. NEIN, Prostitution ist keine feste Größe. Ja, sie kann verringert werden. NEIN, das schwedische Modell verschiebt sie nicht in den Untergrund. Ja, das Frauenbild in der Gesellschaft ändert sich damit, wenn das eine Geschlecht das andere nicht mehr kaufen kann. NEIN, wir brauchen keine „Anerkennung als Beruf“, wir brauchen eine Anerkennung von Prostitution als MISSBRAUCH! Und NEIN, wir sind kein Teil der ArbeiterInnenklasse, wir sind zuerst mal Geschädigte sexuellen Missbrauchs durch die Prostitution! Wir organisieren uns damit NICHT in der ArbeiterInnenklasse, sondern in Opferverbänden (z.B. sisters e.V., SPACE International), denen ihr ja aber nicht zuhört! Eine Organisation durch euch und auch ein Sprechen von euch über uns brauchen wir nicht, wir organisieren uns selbst, danke!

Weiter:

„Wer ernsthaft für eine emanzipatorische Gesellschaft eintritt, der*die muss auch für körperliche und sexuelle Selbstbestimmung eintreten.“

Prostitution ist das genaue Gegenteil sexueller Selbstbestimmung. Der eine will Sex, der andere nicht. Geld soll das regeln. Prostitution hat NICHTS mit körperlicher und sexueller Selbstbestimmung zu tun, es ist das genaue Gegenteil davon, denn alles, was ich tu, bestimmt der FREIER, und ist damit fremdbestimmt. Was mich richtig, richtig annervt, ist euer Gesabbel von sexueller Befreiung bei gleichzeitiger Nennung von Prostitution als Beispiel dafür. Haltet uns da raus, wir lassen uns dafür nicht benutzen! Macht eure sexuelle Befreiung selbst, unseren Missbrauch braucht ihr dafür nicht hernehmen und beschönigen!!!

Weiters würde ich euch bitten euch mal einzulesen, dann wüsstest ihr nämlich auch, dass Zwangsprostitution niemals von Prostitution getrennt werden kann wie ihr es gern hättet! Erstens verwischen die Grenzen und zweitens wird es nie genug Frauen geben, die das „freiwillig“ machen, ein guter Teil wird immer gezwungen werden müssen, um die Nachfrage zu befriedigen, d.h., wer Prostitution will, der muss Zwangsprostitution mögen, das eine ohne das andere gibt es nicht. Und btw, wer Prostitution völlig entkriminalisiert und legalisiert, der ist dafür, dass der Markt alles regelt, und das heißt: die Nachfrage wächst, das Angebot wächst, die Nachfrage wächst weil Gewöhnung der Männer ans Freiersein, das Angebot wächst weiter usw., es ist eine Spirale nach oben, habt ihr eigentlich überhaupt mal was über die Grundregeln des Kapitalismus gelesen, wenn ihr die Ware Frau schon völlig ungeregelt und ungehemmt verkapitalisiert haben wollt?

Weiter:

„Dabei ist auch am Asylgesetz anzusetzen, sodass migrantischen Zwangsprostituierten nicht länger die Abschiebung droht, sondern sie Aufenthalts- und Arbeitsrecht erhalten. Mit diesem Beschluss wollen wir unseren Fokus allerdings auf diejenigen Sexarbeiter*innen lenken, die in ihrer körperlichen Selbstbestimmung, in ihrer Gesundheit und in ihren Rechten im Berufsalltag durch bestehende Gesetze in ihrer Tätigkeit als Sexarbeiter*innen eingeschränkt werden – auf den Teil, der sich bewusst und selbstbestimmt zur Ausübung sexueller und erotischer Dienstleistungen entschlossen hat“

Ja, und wieviele sind das? 1 von 10. Höchstens. Und an denen wollt ihr jetzt ausrichten, was die Lage ALLER prostituierten Frauen in Deutschland verändert? Ist der Rest euch egal, oder was? Wem vom BesD, von den Betreiberinnen da, habt ihr denn zugehört? Den 90% Migrantinnen, die wir hier haben, ganz sicher nicht, die sind dort nämlich gar nicht vertreten, und ihr macht bei dieser rassistischen Scheiße auch noch mit! Die Masse ist eben NICHT Bordellbetreiberin, Edelhure, Domina, die Masse spricht nicht mal deutsch! Wie ignorant kann man sein? Prostitution ist klassistisch und rassistisch, was meint ihr, warum so viele indigene Frauen drin sind, oder hier in Deutschland Romnija? Was meint ihr, wo das herkommt?

Und dann postet ihr auf Facebook Aufrufe zu Demos gegen Rassismus? Ich lache, ich lache laut!

Weiter:

„Daher meinen wir, dass ein Feminismus, der es mit der Selbstbestimmung von Frauen* und Sexualität ernst meint, auch für die Rechte und Forderungen von Sexarbeiter*innenverbänden kämpfen muss. Der Landesverband Bremen der linksjugend [‘solid] bekennt sich zu einem solchen Feminismus und wird für die rechtliche Stärkung von Sexarbeiter*innen einstehen und sich mit deren Kämpfen solidarisieren.“

Mit unseren Kämpfen solidarisiert ihr euch ganz bestimmt NICHT, indem ihr die sexuelle Gewalt als Beruf bezeichnet, die Masse von uns IGNORIERT und Prostitution sexuelle und körperliche Selbstbestimmung nennt!

Ich frage mich wirklich, von was zur Hölle redet ihr? Kommt mal in der Realität an! Und wenn ihr euch schon nicht mit uns solidarisieren könnt, weil ihr so gerne BetreiberInnen zuhört, lasst uns wenigstens in Ruh und maßt euch nicht an für uns zu sprechen! Ihr habt noch nie selber den Arsch hingehalten, ihr seid nicht in der Prostitution, das ist, nur zur Erinnerung, übrigens ein PRIVILEG, das ihr damit habt, und dann hockt ihr da in eurem Bremer Landesverband und auf dem Bundeskongress und babbelt von Anerkennung als BERUF?! Geht’s noch?!

Hier im Sisters e.V. schlägt wöchentlich mindestens eine Frau auf, die bereits ausgestiegen ist (mal abgesehen von denen die uns kontaktieren weil sie raus wollen!), und die uns erzählt, dass sie gerade zum ersten Mal darüber spricht, weil die Gesellschaft ihr immer nur vorhält, es sei doch ein BERUF und eine ARBEIT und ein JOB und alles happy sexwork und ganz toll, und weil die Verletzungen, die sie in der Prostitution erlebt hat, also darauf schließen lassen müssen dass mit IHR etwas nicht stimmt! Genau für dieses gesellschaftliche Klima sorgen Leute wie IHR. Wegen dem was ihr erzählt, reden die Aussteigerinnen nicht. Auch mir hat es wegen solchen Texten wie eurem jahrelang die Sprache verschlagen, weil man als Prostituierte nicht mal weiß wo man ANFANGEN soll, wenn man sowas liest!

Prostitution ist sexistisch, rassistisch und klassistisch, und dann kommt ihr daher, lasst euch von Bordellbetreibern, Escortagenturbesitzerinnen bequatschen und erzählt uns einen von sexueller Befreiung? Und das nennt ihr LINKS?! Das kann nicht euer Ernst sein! Es kann ums Verrecken nicht darum gehen, es sich in so einem sexistischen, klassistischen und rassistischen System wie der Prostitution so gemütlich wie möglich einzurichten! Wem mutet ihr sowas zu?! So ein System gehört ABGESCHAFFT! Ihr müsst begreifen, dass die Unterstützung der Frauen in der Prostitution NICHT dasselbe ist wie die Unterstützung des Systems Prostitution! Dieses System gehört überwunden, und nicht etabliert und „anerkannt als Beruf“! Loben kann man euch hier höchsten dafür wie fein ihr von der ZuhälterInnenLobby abgeschrieben habt! Super gemacht!

Im Ernst: So sieht eure Solidarität mit uns aus? Schämt euch, und danke, wir verzichten!!!

Huschke Mau (@huschkemau)

Mitunterzeichnet für die Aussteigerinnen beim Sisters e.V.

Annalena, Aussteigerin

Sonja, Aussteigerin

Sandra, Aussteigerin

Sunna, Aussteigerin

NaDia, Aussteigerin

Andra, Aussteigerin

Esther Martina, Aussteigerin

Eva, Aussteigerin

PS: Wenn ihr euch doch noch dafür entscheidet, dass euch die Meinung von Frauen aus der Prostitution, die keine ProfiteurInnen sind, interessiert, und ihr den Mythen über das schwedische Modell nicht weiter Glauben schenken möchtet, dann könnt ihr euch ja melden. Reden is immer gut.